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Auf den Spuren von Nikolaus und Krampus in Stallhofen


Der heilige Nikolaus von Myra wurde um 270 n.Chr. in Patara, einer antiken Hafenstadt an der Südküste Kleinasiens in der Provinz Lykien geboren. Er wurde Bischof von Myra, und starb um 340, der mündlichen Überlieferung nach am 6. Dezember.

In Lykien lebte im 6. Jahrhundert ein Abt im Kloster Sion, der seinen Namen Nikolaus (Nikolaus von Sion), dem Bischof von Myra verdankte. Ein Mönch seines Klosters hielt sein Wirken in einer Biographie fest. Darin ist zu lesen, dass der Abt am 10. Dezember 564 starb, wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Myra, wo er an der lykischen Bischofssynode teilgenommen hatte. Als Nikolaus von Myra schon recht berühmt war, geriet einem Schriftsteller diese Biographie in die Hände. In seiner Begeisterung hielt er sie für einen Bericht über den Bischof von Myra und verwendete sie zur Auffüllung seiner Darstellungen.
So vermehrte er die Zahl der Nikolauslegenden beträchtlich, und verhalf seinem Heiligen zu noch grösserer Berühmtheit. Erst Jahrhunderte später bemerkten Theologen den Irrtum und korrigierten ihn. Die vielen Legenden aber hatten sich längst nahezu unentwirrbar vermischt.

Ein altrussisches Sprichwort sagt:

"Stirbt Gott, so haben wir noch den heiligen Nikolaus"

Dies beschreibt wohl am besten die Bedeutung die der Hl. Nikolaus z.B. im alten Russland hatte, und stellt seine Heiligkeit dar, vor allem auf Grund der Legende vom Arthemistempel, über das Böse.

Die Legende vom Arthemistempel besagt, dass der Hl. Nikolaus von Myra mit einigen Helfern zum heidnischen Arthemistempel ging und ihn eigenhändig zerstörte, und damit die Dämonen, die im Tempel Unterschlupf gefunden hatten, verjagte.
Die Dämonen, sogenannte Menschenfeinde, die den Teufel verkörpern wollten sich am heiligen Nikolaus rächen, was sie aber nie schafften. Durch diese über das Böse herrschende Macht des hl. Nikolaus, übersetzte es das Volk bildlich, dass der Nikolaus den Teufel in Ketten legt.

In weiterer Folge der Überlieferungen und Volksbräuche entstand unter anderem auch, dass der hl. Nikolaus für das Gute steht, und Macht über den bösen Krampus hat, auf ihn aufpasst und ihn nur am 5. Dezember kontrolliert unter die Menschen lässt.

Die ersten Kirchen zum heiligen Nikolaus entstanden im Abendland um 980. Otto der Große verheiratete seinen Sohn Otto II mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu 972 in Rom. Theiphanu war eine große Verehrerin des hl. Nikolaus, und so entstanden in der Folgezeit 12 Neugründungen von Nikolauskirchen, denen nach der Jahrhundertwende hunderte folgten.

Die Kirche zu Stallhofen wurde um 1100 gebaut, und dadurch ist es auch kein Zufall, dass sie dem hl. Nikolaus geweiht wurde, da in dieser Zeit Nikolauskirchen sehr beliebt waren. In der Steiermark weisen z.B. 30 Kirchenpatronanzen auf die Beliebtheit des Heiligen hin.

Auf Grund von Erzählungen (Friedrich Reinprecht (1894- 1979), Alois Kollegger (1911-1999)) entstand die Legende vom Stallhofner Bartl zwischen 1700 und 1800, daher auch der weitverbreitete Bekanntheitsgrad.

Die mündliche Überlieferung besagt, dass im Wald um Stallhofen ein verwilderter Mensch hauste, vor dem die Kinder große Angst hatten. Diese Geschichte entwickelte sich weiter, und so kam es zum Stallhofner Bartl.

Es ist sicher auch kein Zufall, dass das Nikolokreuz mitten im Wald ober der Pfarrkirche errichtet wurde, um über das Böse zu wachen.
Und so wohnt der Stallhofner Bartl in seiner Höhle im Wald, und der Hl. Nikolaus in Stallhofen passt auf ihn auf.

In dieser Zeit war auch die Hochblüte des Södingtaler Apfelbaus wodurch auch der Spruch "Wo der Bartl den Most holt" entstand.

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